Sonntag, 29. Oktober 2017

Rezension: delirium - Lauren Oliver

Titel: delirium [amor deliria nervosa]
Originaltitel: Delirium
Autorin: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen
Format:HC, TB (12x18,70cm)
Seitenzahl: 416
Genre: Fantasy/ Dystopie
ISBN: 978-3-551-58232-4
Preis: 18,90 (HC); 8,99 (TB)
Übersetzung: Aus dem Englischen von Katharina Diestelmeier
Erscheinungsdatum: 2011
Altersfreigabe: Ab 14 Jahre
Reihe: Band 1 der Amor-Trologie
    Sie können Mauern bis zum Himmel bauen, und ich werde doch darüber hinwegfliegen. Sie können mich mit hunderttausend Armen festhalten, und ich werde mich doch wehren. Und es gibt so viele von uns da draußen, mehr als ihr denkt. Menschen, die in einer Welt ohne Mauern leben und lieben. Menschen, die gegen Gleichgültigkeit und Zurückweisung anlieben, aller Vernunft zum Trotz und ohne Angst.
    Siebzehn Jahre lang wuchs Magdalena mit der Information auf, Liebe sei eine Krankheit. Die Gefährlichste von allen. Elf Jahre lang lebte sie mit dem Wissen, das ihre Mutter an dieser Krankheit starb. Das das Heilmittel bei ihr nicht wirkte. Seitdem zählt Magdalena die Tage bis zu ihrem Eingriff. Sie kann es kaum erwarten endlich 18 zu werden und die Operation über sich ergehen zu lassen. Endlich Immun zu sein und glücklich. Doch dann ändert sich plötzlich alles. Plötzlich ist sich Magdalena gar nicht mehr so sicher, ob geheilt sein wirklich Glück bedeutet. Und je näher ihre Operation rückt, desto stärker fängt sie an, ihre bisherige Weltanschauung zu hinterfragen.
    Das Cover finde ich interessant und macht neugierig. Jetzt, wo ich die Geschichte kenne, kann ich auch ganz deutlich die Worte Liebe darauf erkennen. Es passt gut zum Inhalt und ich habe mich schon lange gefragt, was wohl hinter diesem Cover steckt.
    Wie leider ziemlich oft bei einem Buch von Carlsen, hatte ich auch hier hin und wieder das Gefühl, dass es Rechtschreib- oder Grammatikfehler gibt. Zum Glück war es hier nicht so oft der Fall und ich konnte mich auf die Geschichte konzentrieren. Und die gefällt mir wirklich gut!
    Ich fand es interessant zu sehen, wie damit umgegangen wird, wenn die Liebe als eine Krankheit bezeichnet wird. Immer wieder wird erwähnt, wo keine Liebe ist, kann auch kein Hass entstehen und somit wäre das Leben friedlich und Sorgenfrei. Ich habe mich aber andauernd gefragt, wie es sein kann, das die Aufseher alle so gewalttätig sind, wo sie doch angeblich auch geheilt sind. Müsste dann nicht die ganze Bevölkerung das Verhalten der Aufseher aufweisen? Diese Typen sind wirklich abgrundtief schlecht und bringen Angst und Schrecken in die Stadt. 
    Magdalena und ihre beste Freundin aber waren mir sehr sympathisch. Ich kann Magdalena und ihre Angst verstehen, immerhin wurde ihr so viele Jahre erzählt, Liebe sei eine Krankheit. Doch ihre Freundin, das klassische Gegenbeispiel der Protagonistin, ist ebenfalls ein toller Charakter und auch ihre Weltanschauung kann ich verstehen. Ich habe mich dauernd gefragt, wie ich wohl in so einer Situation wäre, aber sicher war ich mir nicht.
    Die Figuren sind authentisch und die Handlung macht zum größten Teil Sinn. Die Idee des Buches wurde meiner Meinung nach gut umgesetzt und folgte einem roten Faden. Die Handlungen sind alle nachvollziehbar und es ist zwar zu vermuten, wie das Buch ausgeht, sicher ist man aber nicht. Am Ende gibt es einen kleinen Cliffhanger, der aus einer dramatischen Wendung entsteht.
    Von der Idee her war diese Geschichte etwas neues für mich, bloß die Art der handelnden Figuren kennt man auch aus anderen Romanen.
    Dennoch interessiert mich, wie es weitergeht.
    Interessantes Buch, das Lust auf die folgenden macht.
    Die in Brooklyn lebende Autorin Lauren Oliver studierte zuerst Philosopie und Literatur, ehe sie in New York in einem kleinen Verlag arbeitete. Doch schon als Kind las sie gerne Bücher und dachte sich eigene Fortsetzungen aus. Mit der Zeit dachte sie sich auch die Figuren selber aus und schrieb schließlich ihre eigenen Bücher. 
    Ihr erster Roman "Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an dir vorbei sagen sie" war gleich ein Erfolg. Mit der Amor-Trilogie knüpfte sie an diesen an.

    Rezension: Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche - Marie Lu

    Titel: Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche
    Originaltitel: The Young Elites
    Autorin: Marie Lu
    Verlag: Loewe-Verlag
    Format: HC 15x22 cm
    Seitenzahl: 416
    Genre: fantasy, Dystopie
    ISBN: 978-3-7855-8353-1
    Preis: 18,95€
    Übersetzung: Sandra Knuffinke und Jessika Komina (aus dem Amerikanischen)
    Erscheinungsdatum: 2017
    Altersfreigabe: Ab 14 Jahre
    Reihe: Band 1
      Über Nacht verfärbten sich Adelinas wunderschöne schwarze Haare plötzlich silbern. Seit sie das mysteriöse Blutfieber überlebte, ist die Tochter eines reichen Kaufmanns gezeichnet und von der Gesellschaft verstoßen. Aber die Krankheit hat ihr nicht nur eine strahlende Zukunft genommen, sondern auch übernatürliche Kräfte verliehen. Und Adelina ist nicht die Einzige. Die Gemeinschaft der Dolche wird vom König gejagt und gefürchtet, denn mit ihren unerklärlichen Fähigkeiten sind sie imstande, ihn vom Thron zu stürzen. Doch dazu benötigen sie Adelinas Hilfe ...

      Nach Legend taucht Bestsellerautorin Marie Lu mit ihrer neuen historischen Fantasy-ReiheYoung Elites in eine Welt voller Magie ein und zeigt eine Heldin, die zwischen Liebe und Dunkelheit gefangen ist.

      X-Men meets Die rote Königin: Eingebettet in eine märchenhafte Welt, die an das Venedig der Renaissance erinnert, erzählt Spiegel-Bestsellerautorin Marie Lu die Geschichte von Adelina, einer sehr komplexen Heldin, die zunehmend von der rachgierigen Dunkelheit, die sie in sich trägt, übermannt wird. Ob ihre Liebe zu Prinz Enzo sie retten kann? Nach dem New York Times-Bestseller Legend der grandiose Auftakt zu einer neuen originellen und actionreichen Fantasy-Trilogie der Autorin.

      Die Gemeinschaft der Dolche“ ist der erste Band der Young Elites-Trilogie.
      Ich finde das Cover toll. Es passt absolut zur Handlung und zieht in jedem Falle die Blicke auf sich, macht Neugierig auf mehr und fasziniert.
      Die Geschichte beginnt mit einem öffentlichen Schreiben, ehe sie zu Adelina Amouteru, der Protagonistin, übergehen. Sie ist eine gezeichnete. Nach dem merkwürdigen Fieber ist sie als verfluchte gezeichnet. Und nun, zehn Jahre nach dem Fieber, soll sie dafür mit dem Leben bezahlen. Die Geschichte geht gleich spannend los und macht neugierig auf mehr. Was hat Adelina verbrochen, wird sie es schaffen den Tod zu umgehen und wer sind die anderen, die so sind wie sie. All diese Fragen werden nach und nach in dem Buch aufgeklärt, neue kommen hinzu und werden ebenfalls aufgelöst. 
      Marie Lus Schreibstil gefällt mir gut, ich komme gut damit zurecht. Sie schriebt flüssig und interessant. Was mich jedoch stört ist die Länge der Kapitel. Manche sind über 30 Seiten lang und haben nicht einmal einen Absatz darin, den man für eine Pause nutzen kann. Da ich sehr viel unterwegs lese und auch gerne zwischendurch mal etwas anderes mache, sind diese langen Kapitel eine echte Herausforderung für mich. 
      Adelina ist eine sympathische Protagonistin, die endlich einmal nicht die große Welt-Retterin ist, sondern das Böse tief in sich begraben trägt. Sie könnte jederzeit zu einem starken und gefährlichen Gegner mutieren, je länger sie ihre Kraft zu beherrschen lernt. Das war mal abwechslungsreich.
      Auch die restlichen Figuren waren angemessen an der Zahl und gut zu merken, wenngleich ich mich immer gefragt habe, wie alt sie wohl sind. Das wurde für mich nicht richtig aufgeklärt und vor allem bei Enzo habe ich mich gefragt, wie alt er wohl sein mag. 
      Die Handlung aber folgt einem roten Faden und ist überzeugend dargestellt. Das Ende kommt als Cliffhanger daher und macht Freude auf den zweiten Band. 
      Vor allem am Ende gibt es eine starke Wendung, die mich überrascht hat und ich wusste nicht schon zu Beginn des Buches, wie es ausgehen wird.
      Gutes Buch, die Kapitel etwas zu lang und die Nebenfiguren bei Zeiten etwas schwammig, aber sonst toll!
      „Ein gelungener Auftakt zu einer neuen originellen Fantasy-Trilogie." Nina Daebel, Münchner Merkur

      „Der Auftakt der 'Young Elites'-Fantasy-Trilogie überzeugt durch eine kontrastreich gezeichnete Protagonistin und eine faszinierende fremde Welt." Renate Pinzke, Hamburger Morgenpost

      „Für alle Fantasy-Fans ein Muss!“ Bücher BOX 2018

      „Ein machtvoller Auftakt. Das rasante Erzähltempo und immer wieder überraschende Wendungen machen den Roman zu einem unendlich spannenden Leseerlebnis." eselsohr
      Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren, ehe sie für längere Zeit ihr Dasein in Texas verbrachte. Von dort zog sie nach Kalifornien, wo sie an der University of Southern studierte. Gleich nach ihrem Abschluss arbeitete sie bei den Disney Interactive Studios, ehe sie ihr Herz an das Schreiben verlor. Nach ihrem Bestseller Erfolg mit der Legend-Trilogie lebt sie nun mit Mann und drei Hunten in Santa Monica, von wo aus sie das Meer sehen kann.

      Sonntag, 22. Oktober 2017

      Rezension: Enders - Lissa Price

      Titel: Enders
      Originaltitel: Enders
      Autorin: Lissa Price
      Format: HC, TB Broschur, ebook
      Seitenzahl: 352
      Genre: Dystopie/ All Age Fantasy
      ISBN: 978-3-492-70264-5
      Preis: 15,99 (HC), 9,99 (TB), 8,99 (ebook)
      Übersetzung: Aus dem Amerikanische von Birgit Ress-Bohusch
      Erscheinungsdatum: 2013
      Reihe: Band 2 von 2
        HALLO CALLIE ...
        Ich glaubte, er sei für immer verschwunden. 
        Ich glaubte, ich hätte ihn besiegt. 
        Doch ich habe mich getäuscht. 
        Der Old Man ist zurück. 
        Und er weiß alles über mich.
        ...HATTEST DU SCHON SEHNSUCHT NACH MIR?

        Die 16-jährige Callie lebt in einer Welt, in der eine unheimliche Katastrophe zahlreiche Erwachsenenleben vernichtet hat. Und in der die jungen Menschen einer anscheinend ausweglosen Armut verfallen. Die einzige Möglichkeit für die jugendlichen Starters an Geld zu kommen, war bislang die Body Bank. Dort konnten sie ihre Körper an alte Menschen vermieten, um so ihr Überleben zu sichern. Doch jetzt droht eine noch viel größere Gefahr: Der Old Man, der mysteriöse Leiter der Body Bank, ist entkommen und trachtet Callie nach dem Leben. In einer erbarmungslosen Jagd wird ihr klar, dass das Geheimnis des Old Man dunkler ist, als sie es jemals erahnen konnte ...
        Erinnert an das erste Cover und hat den gleichen Effekt. Es macht neugierig, es ist geheimnisvoll und passend zur Geschichte. Mehr gibt es hierzu nicht zu sagen :) Achso, und das weiß passt natürlich zum Schwarz von Band 1.
        Die Geschichte knüpft genau dort an, wo Band 1 zuvor aufhörte. Generell gibt es zu diesem Buch nicht sonderlich viel zu sagen, da alles von Band 1 auch hierauf zurück zu führen ist. Gekauft habe ich es allerdings nicht, wie zuvor geplant, da mich Band 2 in der Bücherei anlächelte und somit die Entscheidung abgenommen wurde. 
        Durch die Einführung ist man auch hier wieder schnell in der Geschichte und der Handlung, begleitet Callie durch ihr Leben als gezeichnete Starter - oder wie sie nun heißen: Metallos - und erfährt sogar, wie die Erwachsenen genannt werden: Middle. 
        Lissa Price schreibt auch hier wieder flüssig und nicht zu überladen mit unwichtigen Kleinigkeiten. Auch die körperlichen Merkmale der Figuren werden hier ebenfalls nicht zu genau beschrieben und lassen so Freiraum für die eigene Fantasie.
        Die Beziehung zwischen Callie und Michael wird hier zwar ein wenig klarer, aber noch immer nicht sonderlich deutlich. Zudem gibt es einen neuen Charakter, wie es zuvor in Band 1 Blake gewesen ist. Der hingegen kommt so gut wie gar nicht mehr vor, was ich etwas schade finde. Er wird einfach fallen gelassen, als würde er nicht mehr in das Konzept passen und Callie wird somit in ein anderes Licht gerückt, erscheint viel Oberflächlicher, weil es ihr sehr nach dem Äußeren geht. Zudem werden die gleichen Gefühle beschrieben, wie in Band 1 zu Blake, was die Glaubwürdigkeit ein wenig raubt. 
        Das Ende ist okay aber irgendwie nicht sonderlich spektakulär. Ich hatte mir ein wenig mehr Action versprochen.
        Wirklich hängen geblieben ist es nicht. Schon wenige Tage später kann ich mich kaum noch an den Inhalt erinnern. Was ich aber noch weiß ist, das es sich recht flüssig und gut durchlesen lässt. Innerhalb eines Tages (den ich viel in der S-Bahn verbrachte) hatte ich das Buch ausgelesen. Das schafft auch nicht jedes Buch. In diesem Sinne kann ich sagen, das es ein gutes Buch für Zwischendurch oder als Zweitbuch ist. Die Geschichte verschwimmt, wenn man sie weg legt, man ist aber dafür sofort wieder voll drin, sobald man darin liest. Kein Gedanken-Blockierer wie so manch ein Buch :D
        Gutes Buch für zwischendurch, jedoch ein wenig hinter Band 1.

        »›Enders‹ ist ein großartiger zweiter Band. Ein mitreißender Schreibstil, eine spannende Geschichte und viele Gefühle ziehen den Leser in seinen Bann und lassen ihn auch wirklich erst los, wenn man die letzte Seite umgeschlagen hat.«   legimus.de
        »Während das erste Buch durch das alptraumhafte Motiv des Körpertausches faszinierte, punktet der Folgeroman vor allem durch Tempo und unerwartete Wendungen. Wer ›Starters‹ mochte, den wird auch ›Enders‹ in seinen Bann ziehen.«   Hamburger Morgenpost
        »›Enders‹ ist ein atemberaubender Abschluss! Diese Dilogie ist ein Muss für jeden Dystopie Fan und für solche, die es noch werden wollen.«   Der Kinderbuch-Lotse
        »Der spannende Fantasy-Roman punktet wieder mit vielen unerwarteten Wendungen und entwickelt sich zum absoluten Pageturner. Ein grandioses Buch für jugendliche Leser ab 14 Jahren und Erwachsene, die fesselnde Fantasy-Romane mögen.«   suite101.de
        »›Enders‹ kann seinem Vorgänger ›Starters‹ durchaus das Wasser reichen. Nach einem leichten Einstieg und einer kurzen Ruhepause fällt man in einen Sog aus Spannung, Hoffnung, Nervenkitzel, Emotionen und fantastischen Überraschungsmomenten.«   His+Her Books
        »Genau wie sein Vorgänger ist auch ›Enders‹ von Lissa Price wieder ein spannendes Jugendbuch. Man trifft hier auf altbekannte und einige neue Personen und erlebt einige Überraschungen. Wem ›Starters‹ gefallen hat, der wird ›Enders‹ bestimmt auch mögen.«   fictionfantasy.de
        »Eine faszinierende Endzeitstory, die eine alptraumhafte Science-Fiction-Vision schildert, gleichzeitig aber auch den Mut und den Willen der Ich-Erzählerin, sich und ihrer Familie eine selbstbestimmte Zukunft aufzubauen. Fesselnd!«   AGM Magazin
        Lissa Price ist Drehbuchautorin und lebt nach mehreren Aufenthalten in Japan und Indien heute in Kalifornien. Ihr Roman »Starters« ist das höchstgehandelte Debüt der letzten Jahre.

        Samstag, 21. Oktober 2017

        Rezension: Der Name des Windes - Patrick Rothfuss

        Titel: Der Name des Windes - Die Königsmörder-Chronik. Erster Tag
        Originaltitel: The Name of the Wind. The Kingkiller Chronicle. Day One
        Autor: Patrick Rothfuss
        Format: HC gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, ebook, Broschiert
        Seitenzahl: 864 Seiten
        Genre: Fantasy
        ISBN: 978-3-608-93815-9
        Preis: 24,95
        Übersetzung: Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer, Gedichte und Lieder von Hans-Ulrich Möhring
        Erscheinungsdatum: 2008
        Reihe: Band 1
          Der Name des Windes erzählt die Geschichte von Kvothe, dem berühmtesten Magier seiner Zeit. Der Auftakt der Trilogie Die Königsmörder-Chronik

          "Für mich ist Der Name des Windes die überzeugendste Fantasy sein Tolkiens Herr der Ringe..." Denis Scheck

          Als bestes Fantasybuch des Jahres mit dem Publishers Weekly Award ausgezeichnet


          »Vielleicht habt ihr von mir gehört« ... von Kvothe, dem für die Magie begabten Sohn fahrender Spielleute. Das Lager seiner Truppe findet er verwüstet, die Mutter und den Vater tot - »sie haben einfach die falschen Lieder gesungen«. Wer aber sind diese Chandrian, die weißglänzenden, schleichenden Mörder seiner Familie? Um ihnen auf die Spur zu kommen, riskiert Kvothe alles. Er lebt als Straßenjunge in der Hafenstadt Tarbean, bis er auf das Arkanum, die Universität für hohe Magie aufgenommen wird. Vom Namenszauber, der ihn als Kind fast das Leben gekostet hätte, erhofft sich Kvothe die Macht, das Geheimnis der sagenumwobenen Dämonen aufzudecken.

          Im Mittelpunkt dieses Leseabenteuers steht ein großer Magier und leidenschaftlicher Wissenschaftler, ein Musiker, dessen Lieder die Sänger zum Weinen bringen ... und ein schüchterner Liebhaber.
          Das Cover gehört durchaus zu denen, die mich neugierig machen. Es ist schlicht, hat etwas mysthisches und deutet ziemlich klar auf Fantasy hin. Tatsächlich habe ich das erste Mal darauf reagiert, als ich dachte es ist ein Buch, welches ich bereits in meinem Regal stehen habe. Habe ich aber nicht. Ich habe es verwechselt mit dem Cover von "Das Flüstern der Nacht" von Peter V. Brett. Nachdem ich erfahren hatte, das dies ein ganz anderer Autor und eine ganz andere Geschichte ist (Klappentext sei Dank), landete es auf meiner Wunschliste. Und schließlich, dank der Bücherei, bei mir zuhause.
          In erster Linie kann ich sagen: Gutes Buch. Nicht phänomenal, nicht herausragend, nicht atemberaubend, aber gut. Okay, okay: Sehr gut. Aber eben nicht perfekt. 
          Nein, Rechtschreibfehler habe ich keine gefunden, falls das jemanden interessiert (vermutlich nicht).
          Die Einleitung habe ich gefunden und als sehr interessant angesehen. Zuerst spielt die Geschichte in der Gegenwart der Story. Das Bedeutet, dass es zwar in der Vergangenheit geschrieben wurde, jedoch für die Figuren in der Gegenwart spielt. Der Sinn wird später erleutert. Hauptprotagonist ist Kvothe, der als Wirt arbeitet und über den in der dritten Person gesprochen wird, so wie über alle anderen auch. Das ganze geht mehrere Seiten und Kapitel so, wobei man auch den ein oder anderen Charakter kurz kennen lernen darf, aber nicht sonderlich im Gedächtnis behält. Dann kommt Besuch und hier ändert sich alles. Denn Kvothe beginnt seine Geschichte zu erzählen. Er sagt dabei von Anfang an, das er drei Tage brauchen wird, um alles zu erzählen. Dieses Buch ist Tag eins seiner Erzählungen, was man leider am Ende sehr stark zu spüren bekommt. Aber dazu später mehr und auch ohne Spoiler!
          Zurück zur Zeit. Kvothe beginnt also zu erzählen und das macht er, natürlich, in der Ich-Perspektive. Die meisten Kapitel in diesem Buch sind also aus Kvothes Sicht geschildert, abgelöst von einigen wenigen Zwischenkapiteln, in denen der Autor erwähnt, was gerade in der "Gegenwart" geschieht. Also zu dem Zeitpunkt, wo Kvothe von seiner Geschichte bereichtet. Dem ersten Tag. Ich der Ich-Geschichte hingegen geht es um viele Jahre.
          Und damit kommen wir auch gleich zum Thema Spannung. Die war hier, keine Frage. Durch die verschiedenen Erzähltechniken und die Gabe die "gesprochene" Geschichte auch wirklich wie diese klingen zu lassen, entsteht eine gewisse Grundspannung. Wirklich darüber hinaus geht es aber nicht. Es gibt nicht wirklich Momente, in denen mir das Herz in die Hose gerutscht ist oder ängstlich in meiner Brust geschlagen hat. Vielleicht wird es deshalb so sehr mit "Herr der Ringe" verglichen, weil ebenfalls sehr viel erzählt wird. Allerdings habe ich Tolkiens Werk noch immer nicht lesen können (da passiert ja gefühlt gar nichts), wobei ich hier trotz recht konstanter Spannung Lust und Interesse hatte weiterzulesen.
          Möglicherweise lag das an der angenehmen Schreibweise von Patrick Rothfuss, vielleicht auch an den Charakteren, denen er Leben einhauchte, vielleicht auch, weil man von Anfang an weiß, dass es in Kvothes Leben sehr interessante Momente gab und darauf wartet, das diese eintreffen. Die wirklich interessanten kommen aber leider nicht am ersten Tag vor. Es geht um seine Kindheit, seine Jugend und die ersten Erfahrungen im Reich des Erwachsenen. Seine Ausbildung. Die wirklich interessanten Dinge jedoch geschahen, vermutlich, danach. 
          Und genau damit spielt das Buch. Es ist Tag 1, es folgen noch zwei Bücher und das soll man merken. Die Ich-Geschichte bricht abrupt an, es ist Abend in der geschichtlichen Gegenwart und keiner weiß, wie es weitergeht. Der Cliffhanger ist nüchtern und absolut gemein. 
          Patrick Rothfuss hat eine realistische Handlung in der Fantasy geschaffen und da man nie weiß, wann ein Tag zuende geht, ist auch das Ende des Buches nicht vorhersehbar. 
          Das Genre ist in jedem Falle getroffen worden und das Buch hat seinen Ruf verdient, wenngleich mir persönlich einfach die Spannung gefehlt hat. 
          Ich würde gerne weiter lesen, habe aber nicht so einen großen Drang wie bei einer Reihe, bei der schon der erste Band eine körperliche Erfahrung war. 
          Aus diesem Grund gebe ich dem Buch vier Sterne, aber es hat durchaus auch mehr verdient.
          1973 erblickte ein junger Mann in Wisconsin das Licht der Welt. Er landete schließlich als Englisch-Dozent am Steve Point College in noch immer dieser Ortschaft namens Wisconsin. Doch scheinbar zog es Patrick Rothfuss in die Ferne, genauer gesagt in fremde Welten. 
          Mit der Königsmörder-Chronik wurde er weltweit bei Kritikern und Fantasylesern beliebt und landete schnell ganz weit vorne auf den Bestseller-Rängen. 
          Im Jahre 2007 erhielt "Der Name des Windes" den Quill Award und zugleich den Publishers Weekly Award im Bereich "bestes Fantasy-Buch des Jahres."
          Es folgte 2008 der 11. Platz der Bestsellerliste der "New York Times Book Review" und im Jahre 2009 der "Deutsche Phantastik Preis" für das beste internationale Fantasybuch des Jahres.

          Ich sage nur: Hut ab!

          Mittwoch, 11. Oktober 2017

          Rezension: Die röte Königin (Die Farbe des Blutes) - Victoria Aveyard

          @Carlsen - Verlag
          Titel: Die rote Königin (Die Farben des Blutes)
          Originaltitel: Red Queen
          Autorin: Victoria Aveyard
          Verlag: Carlsen
          Format: HC (15x22), TB, ebook
          Seitenzahl: 512
          Genre: Fantasy
          ISBN: 978-3-55158326-0
          Preis: 19,99 (HC)
          Übersetzung: Birgit Schmitz
          Erscheinungsdatum:
          Altersfreigabe: Ab 14 Jahre
          Reihe: Band 1
            Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz ...
            Wirklich atemberaubend ist es nicht und ich bin nicht mal mehr sicher, ob ich es zur Hand genommen hätte, wenn nicht das gesamte Internet immer wieder dieses Buch auf irgend eine Weise erwähnt hätte. Die Farben passen in jedem Falle gut zum Cover und das Mädchen, welches zur Hälfte auf jeder Seite steht auch auf den Inhalt.
            Ich habe lang gezögert, da ich mit den Büchern vom Carlsen Verlag bisher eher schlecht als recht zurecht kam. Wer meine Rezensionen verfolgt, hat das vielleicht auch schon gemerkt. Als das Buch dann in der Bücherei stand, habe ich beschlossen es zu wagen. Und war positiv überrascht. 
            Die Einführung war recht vielversprechend und mit den Figuren kam ich gut zurecht. Ich habe schnell durchschaut, dass es zwei Blutarten gibt und die silbernen höher stehen, als die roten. Die Beziehung zwischen Kilorn und Mare erinnerte mich ein wenig an Katniss und Gale. Die Beziehung von Mare und dem jungen Prinzen wie die Beziehung zwischen Katniss und Peeta. Überhaupt hatte ich beim Lesen oft das Gefühl Bestandteile von den Hunger-Games zu lesen, obwohl es sich hier um eine ganz andere Geschichte und Handlung handelt.
            Gestört hat mich auch, dass es ziemlich oft inhaltliche Sprünge gab, die mich ein wenig verwirrten. So redet Mare z.B. mit einem fremden jungen Mann und sobald sie ihre Geschichte beendet hat (ohne wörtliche Rede) weiß er ihren Namen und sie seinen. Ich hätte zumindest gerne gehabt, wie sie sich einander vorstellen. 
            Auch auf dem Königshof ist sie zu schnell mit von der Partie. Es erscheint mir unrealistisch, dass sie gerade fünf Minuten am Königshof als Dienerin arbeitet und sofort beim wichtigsten Bankett der Silbernen ist, nur damit dort passieren kann, worum es im Rest des Buches geht. Sie wurde nicht einmal eingearbeitet. Außerdem wirft Mare ziemlich offen damit um sich, dass sie stets die Silbernen im Dorf bestohlen hat - und niemand sagt was.
            Die Spannung war gut, der Schreibstil bis auf weiteres verständlich und flüssig. Die Charaktere waren mir auf ihre Art sympatisch, auch wenn ich nicht mit allem einher gehen konnte, was sie für Ansichten hatten. In jedem Falle gab es nicht zu viele Figuren, so dass man einen guten Überblick behalten konnte. 
            Die Geschichte hat einen roten Faden, der sich durch die Handlung zieht und eine überraschende Wendung, mit der ich tatsächlich nicht gerechnet hätte. Ich wusste jedenfalls lange nicht, wie das Buch ausgehen könnte.
            Am Ende gibt es einen Cliffhanger.
            Überraschend gut.


            Buxtehuder Bulle 2015
            Spiegel-Bestseller

            Freitag, 6. Oktober 2017

            Buch-Berlin 2017 - Ich bin dabei!


            Wie der ein oder andere sicherlich bereits mitbekommen hat, findet auch in diesem Jahr wieder eine Buchmesse in Berlin statt. Zwar ist sie noch nicht so bekannt, wie die LBM oder FBM, aber genau das macht sie zu einem enspannteren Erlebnis. Günstige Eintrittspreise, zahlreiche Veranstaltungen und auch die Möglichkeit, sich über die Bücher von Selfpublishern und kleinen Verlagen zu informieren. Verkauft werden diese ebenfalls am Stand, meist sogar mit Signaturen. Goodies und nette Gespräche inklusive. Dieses Jahr ist es bereits das vierte Mal! Und ich bin dabei!

            Letztes Jahr war ich auf dieser Messe zum ersten Mal als Autorin dabei und mit Freuden darf ich verkünden, dass es auch diesmal wieder der Fall ist. Und diesmal darf ich sogar lesen! Ich habe tatsächlich einen Platz in einer Lesung ergattert und freue mich, wenn ich euch dort begegne und für meine Geschichte begeistern kann. Natürlich dürft ihr mir dort Fragen stellen und das Buch signieren lassen! Weitere Infos zu meiner Lesung gebe ich euch noch bekannt. Fest steht derzeit Samstag, der 25.11. um 11.10 Uhr bis 11.40 Uhr in Raum 1.
            Hier ein paar Infos zur Messe:
            Das ganze findet im November, genauer gesagt am Wochenende des 25. und 26.11 zwischen 10 und 18 Uhr statt. Vor allem für all diejenigen, die es dieses Jahr nicht nach Leipzig und/oder Frankfurt geschafft haben, bietet die Buch.Berlin die Gelegenheit für das vorweihnachtliche Bücherstöbern. Sei es, um Geschenke für die Lieben zu finden oder einfach seine Wunschliste oder den SuB (bei Zeiten auf RuB) auszubauen. Es ist für jeden etwas dabei und auch keinesfalls so überlaufen, wie auf den großen Messen!
            Etwa 280 unabhängige Verlage und Selfpublisher aus Deutschland stellen ihr Programm für euch vor. Hier findet ihr vielleicht sogar Schätze, die es nicht in jeder Buchhandlung gibt!
            Neben Ständen wie den vom Amrun Verlag, dem Bundesamt für magische Wesen oder Autoren, die ihr vielleicht schon immer kennen lernen wollt, sind auch bekannte Gesichter, wie der Drachenmond Verlag, der SadWolf Verlag, der Sternensand Verlag und der Talawah-Verlag vor Ort!
            Für die Autoren unter euch, gibt es auch die Möglichkeit sich an den Ständen von BoD und Co. zu informieren.
            Der Ort des Geschehens ist auch dieses Jahr wieder das Estrel am S-Bahnhof Sonnenallee. Neben dem tollen Ambiente und ausreichend (kostenpflichtigen) Parkplätzen gibt es hier auch die Möglichkeit, sich ein leckeres Catering schmecken zu lassen, um den Tag zu genießen.

            Eintritt für die Messe liegt bei 5,-, für Auszubildende, Studenten, Schwerbehinderte, Arbeitslosengeld II-Empfänger und Rentner sogar nur 2,50€!! Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre, so wie Schüler mit Schülerausweis haben freien Eintritt. Karten vor Ort! Die Buch.Berlin ist barrierefrei.

            Parallel zur Messe kann man sich auch zur Buch.Berlin-Tagung anmelden und an zahlreichen Workshops, Vorträgen und Informationsveranstaltungen für angehende Autoren, Verlage oder Marketing informieren.

            Weitere Infos findet ihr auf der Website
            http://www.buchmesse-berlin.com
            und auf Facebook www.facebook.com/buchberlin.

            Ich freue mich auf euch!

            Buchstand Shanti M.C. Lunau, 3. Buch.Berlin, 2016