Freitag, 5. Januar 2018

Rezension 1/2018: Memories To Do: Allies Liste (Linda Schipp)

@Drachenmond
 
Titel: Memories To Do: Allies Liste
Autorin: Linda Schipp
Format: Softcover
Seitenzahl: 296
Genre: Roman
ISBN: 978-3-95991-432-1
Preis: 12,90
Erscheinungsdatum: 2016
Reihe: Nein
    In ein Schwimmbad einbrechen
    Zu einem Candlelight-Dinner eingeladen werden
    Mich an meine Hochzeit erinnern

    Eine seltene Form von Amnesie hat Allies Erinnerungen an die vergangenen 17 Jahre ausgelöscht. Im Herzen noch ein Teenager steht sie ahnungslos vor ihrem zweijährigen Sohn, einem Ehemann, den sie nicht liebt, siebenhundert unbekannten Facebook-Freunden und einem verdächtig dunklen Nebel, der sich über ihre Vergangenheit legt. Im Leben der 34-jährigen Allie ist nichts mehr von dem übrig, was ihr als Teenager wichtig war - nicht einmal ihr Name. Um den Geheimnissen der geschwärzten siebzehn Jahre auf die Spur zu kommen, reist sie zurück in die amerikanische Kleinstadt, in der ihre Erinnerungen enden. An ihrer Seite der Mensch, der ihr am nächsten und nach jahrelanger Trennung am fernsten zugleich ist: Luis. Nur ein Freund, wirklich. Ihr bester Freund. 
    Damals zumindest.
    Zwischen zwei Unfällen auf den Kopf liegen 17 Jahre. 17 Jahre, die die 34-jährige Alison Keepsaker vergessen hat. Sie hat einen Mann, einen kleinen Sohn und keinen Kontakt zu ihrer Familie und ihren damaligen Freunden. Und keine Erinnerungen. Auf der Suche nach ihnen begiebt sich Allie zurück in ihre Heimatstadt, an ihrer Seite Luis, ihr bester Freund vor 17 Jahren. Schnell beschließt Allie die Erinnerungen nicht zurück zu erzwingen, sondern das Leben zu erleben und die Erinnerungen neu zu bilden. Stets dabei sind Luis, Geheimnisse und die ewige Frage: Herz oder Kopf?
    Toll. Richtig, richtig toll. Dieses Buch macht eindeutig neugierig auf mehr, hat mich direkt in seinen Bann gesogen und das, obwohl ich Pink gar nicht mag. Eine wunderbare Kombination dieser ineinanander verlaufenden Farben. Leider findet man sie nicht in der Geschichte wieder (z.B. als das rosa der aufgehenden Sonne und das blau des Wassers). Liste und Kanu hingegen kommen glücklicherweise vor. Auch die Schrift spricht optisch an. Wirklich toll.
    Ich habe lange gebraucht, bis ich mich diesem Buch gewidmet habe und das hat folgende Gründe:
    Als das Buch 2016 erschien hatte ich gerade zum ersten Mal von dem Drachenmond gehört, kannte den Verlag nicht und war zu der Zeit im Buchkauf sehr sparsam. Die Geschichte aber sprach mich an und so schaute ich mir das Buch auf der Buchmesse in Berlin an, nahm es in die Hand, drehte und wendete es und legte es doch zurück. Der Grund ist: Ich liebe Fantasy, ScienceFiction und Dystopien, aber bei Liebesromanen bin ich oft vorsichtig, denn wenn ich eines wirklich hasse, dann sind es Schnulzen und Romanzen, bei denen die Frau scheinbar nichts anderes zu erzählen hat, als immer wieder die Augenfarbe und die Perfektion des männlichen Körpers ihr gegenüber. Daher halte ich oft ein wenig Abstand zu reinen Romanzen und da dieses Buch eindeutig eine Liebesgeschichte war, musste ich darüber nachdenken. (Abgesehen davon ist es echt schwer, sich im Drachenmond für ein Buch zu entscheiden). Ich schaute es mir dann auch noch auf der Buchmesse in Leipzig 2017 an, ehe ich es mir dann auf der Buchmesse in Berlin 2017 (1 Jahr später) kaufte und nun, als erstes Buch im Jahr 2018, endlich las. Jetzt frage ich mich: Hat sich das Warten gelohnt? Jein. Im Folgenden ist erklärt, wieso.

    Der Klappentext spricht von einer jungen Frau, die 17 Jahre ihres Lebens vergessen hat und zurück in ihre alte Heimat reist, um diese wieder zu finden. Mit dabei hat sie eine Liste mit Erinnerungen, die sie erleben will. Entweder um altes zu erinnern, oder neue zu bilden. Meine Erwartungen lagen also bei der Liste und der Ausführung der Erinnerungen. Tatsächlich kommt die Liste in der Geschichte nur in einem winzigen Bruchteil vor. Das ist okay, in letzter Zeit haben Klappentexte selten noch etwas mit der richtigen Geschichte gemeinsam. 
    Mir sind während des Lesens einige Fehler aufgefallen, was die Rechtschreibung bzw. Zeichensetzung angeht. So befindet sich manche Wörter im Satz mit Bindestrich wieder, wie zum Beispiel "Dies ist ein Bei-spielsatz". Beim ersten Mal dachte ich, okay, das kann passieren. Beim zweiten Mal auch. Danach wurde es etwas nervig, zumal es dann manchmal auch noch falsche Trennungen gab wie "Dies ist ein Beisp-
    ielsatz" in etwa. Am Anfang gab es einige Sätze die sich wiedersprachen, merkwürdig klangen und grammatisch keinen Sinn ergaben. Wenn ein Satz mit "Entweder" beginnt, sollte er ein "oder" enthalten, oder irre ich mich? Für mich jedenfalls gehört es dazu.
    Soviel dazu.
    Das Buch beginnt mit einem Prolog im Juli 2071, das Jahr, in dem Allie ihre Geschichte erzählt. Kapitel eins springt dann zum 19.Juli 1997, als Allie 17 Jahre alt war. (Das fand ich lustig, ich habe am 19. Juli Geburtstag und bin an diesem Tag 3 Jahre alt geworden ;)).
    Der Rest der Geschichte spielt daraufhin im Jahre 2014, als Allie 34 ist und die Erinnerungen vergessen.
    Da dieses Buch eine Liebesgeschichte ist, gibt es keine richtige Spannung, langweilig wird es aber auch nicht. Die anfänglich etwas ungelenken Sätze tauchten nach hinten raus zum Glück nicht mehr auf und der Schreibstil der Autorin ist flüssig und verständlich. Manchmal hatte das Buch ein wenig Länge für mich, was aber wohl mehr an seinem Genre liegt, als an der Geschichte. Mir fehlt da oft der Kampf :D 
    Die Charaktere waren mir alle sympathisch, jeder auf seine besondere Art und mit seinen Fehlern. Die einzige Person, die ich von Anfang an nicht mochte war Aaron. Ich weiß nicht einmal wieso, weil er anfangs echt nichts schlimmes getan hat. Aber ich mochte ihn nicht.
    Allie handelt in meinem Auge realistisch, manchmal vergaß ich, dass sie schon 34 Jahre ist und nicht 17. Sie vermutlich auch, denn immerhin hatte ihr Kopf eine andere Vorstellung. 
    Die Figuren waren angemessen in der Zahl, nicht zu schwer zu behalten und trugen der Geschichte bei. 
    Für eine reine Liebesgeschichte wurde die Idee des Buches gut umgesetzt. Es geht um die Beziehung zweier Menschen. In meinem Falle ein leider, weil ich mich so auf die Liste gefreut hatte. Dennoch folgt die Handlung einem roten Faden und ergab Sinn. 
    Was mich überrascht hat war, dass mir das Buch empfohlen wurde, als Geschichte fürs Herz. Während des Lesens, als ich die ein oder andere Länge aushalten musste, fragte ich mich wieso. Dann las ich den Epilog und die letzten zwei Seiten mit Tränen in den Augen. So viel dazu.
    Wer also ein Fan von etwas anderen Liebesgeschichten ist und Zeit hat, das Buch in einem ganzen Rutsch zu lesen, der sollte also besser ein Taschentuch dabei haben, wenn es zum Epilog kommt.
    Das Ende war für mich nicht überraschend. Es gab einen kleinen Moment, weil ich eine Vorahnung hatte, dann gab es einen kurzen Überraschungsmoment, und am Ende hatte ich doch Recht. Das hat mich aber nicht gestört. Der Epilog und die damit gefundene Emotion in mir, haben das Buch dann doch noch einmal aufgewertet.
    Durch den Epilog dann doch noch ein Sternchen mehr ;)
    Linda Schipp ist eine junge Autorin, die ihre Heimat Essen (im Ruhrpott) aus tiefstem Herzen liebt. Und ihren Nissan Micra mit rosa Racing Stripes. 
    Gerade studiert sie in Münster und streunt durch PR-Agenturen, auf der Suche nach Plan C (Plan A: Autorin. Plan B: Prinzessin).
    Nebenbei arbeitet sie als Texterin und Redakteurin in großen PR-Agenturen Deutschlands.

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